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Hier können die Vorgänge nur theoretisch
erklärt werden. Üben müsst ihr in einem Kurs! Eure Rot-Kreuz-Dienststelle
informiert euch gerne und freut sich auf euren Kursbesuch!
Starke Blutung
Was unterscheidet eine starke Blutung von einer schwachen?
Bei der schwachen Blutung ist die Gefahr nicht der Blutverlust, sondern die
Infektion. Deshalb werden Wunden keimfrei verbunden.
Die starke Blutung ist durch einen starken, lebensbedrohlichen Blutverlust charakterisiert.
Blut rinnt oder spritzt aus größeren oder mehreren Gefäßen.
Um dies zu stoppen, gibt es drei Möglichkeiten:
- Fingerdruck
- Druckverband
- Abbindung
Fingerdruck
Der Fingerdruck bedarf nur einfacher Mittel, d.h. eine sterile Wundauflage
und Einweghandschuhe für den Helfer. Ist dieses Material nicht zur Verfügung,
kann man genauso helfen, man sollte aber aus Selbstschutz darauf achten, nicht
mit den eigenen Händen in Wunden zu greifen. Man kann sich auch mit einem
sauberen Stück Stoff (T-Shirt, Hemd) schützen oder, wenn der Patient
in der Lage ist, ihn selbst die Maßnahme durchführen lassen.
Patient sitzt am Boden (da kann er nicht mehr runterfallen), verletzte Körperstelle
hochhalten (wichtig - wir nutzen die Schwerkraft zur Blutstillung) und Fingerdruck
direkt auf die Wunde, sodass kein Blut mehr fließt. So könnte man verweilen,
bis die Rettung eintrifft.
Druckverband
Er hat den Vorteil, dass der Helfer "freigespielt" ist, benötigt
aber mehr Material, Zeit und Geschick.
Erforderliches Material: keimfreie Wundauflage (10 x 10-Kompressen), Druckkörper
(saugend, anformbar mit hartem Kern, zB. Verbandspäckchen), Befestigungsmaterial
(optimal Dreieckstuch, aber auch Hemd, Halstuch).
Nicht geeignet sind Papiertaschentücher, Taschenmesser, Feuerzeug,
Gürtel, Ölfetzen ...!
Zuerst Fingerdruck wie oben, Druckverband vorbereiten, auf die keimfreie Wundauflage
kommt der Druckkörper, darüber das Dreieckstuch (siehe Foto). Es wird
so fest zugezogen, dass die Blutung stoppt, aber es dem Patienten keine unzumutbaren
Schmerzen verursacht!
Funktioniert der Druckverband nicht, wird direkt darüber ein zweiter gelegt.
Sollte die Wunde dann immer noch bluten, üben wir zusätzlich noch Fingerdruck
aus.
Abbinden
Abgebunden darf ausschließlich bei Abtrennung von Arm oder Bein (Achtung,
auch fünf Finger sind kein Arm!), Verletzung der Oberschenkelarterie, ausgedehnte
Gewebszerstörung (zerfetzte Wunden), Einklemmung einer Gliedmaße (man
kann die stark blutende Wunde nicht erreichen), Massenanfall von Patienten (die
Anzahl der zu versorgenden Patienten ist höher als die der Helfer) werden.
Die Abbindung wird nur durchgeführt, wenn die Wunde stark blutet, ansonsten
wird sie nur vorbereitet.
Zu verwenden ist ein ca. 6 cm breites, schonendes Material (Dreiecktuchkrawatte)
und abgebunden wir nur im oberen Drittel der betroffenen Extremität. Um das
Gewebe am Oberschenkel durchzudrücken, darf ein Knebel, der anschließend
befestigt wird, verwendet werden. Er wird nur soweit zugezogen, bis die Wunde
aufhört zu bluten.
Bei abgetrennten Gleidmaßen darf die Abbindung bis zum Eintreffen im Krankenhaus
nicht mehr geöffnet werden!
In den anderen Fällen darf nach einer halben Stunde geöffnet werden.
Blutet es weiter, muss wieder abgebunden werden (wird nicht mehr geöffnet).
Abgetrennte Körperteile werden keimfrei eingepackt und der Rettung übergeben.
Kein Kühlen mit Eis!
Im Sommer eventuell mit kühlem Wasser in einem Doppelsack.
Eine Abbindung kann den betroffenen Körperteil schädigen (wichtige Nerven
werden eingeklemmt, die Blutversorgung ist unterbrochen). Deshalb muss diese sorgsam
überlegt und darf nur im Notfall verwendet werden!
Wie eine Abbindung angelegt wird, soll ausschließelich in einem Erste Hilfe-Kurs
gelernt werden!
Daniel "Tintifax" Neuhauser
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