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ERSTE HILFE für Motorradfahrer
Weitere Erste Hilfe

Hier können die Vorgänge nur theoretisch erklärt werden. Üben müsst ihr in einem Kurs! Eure Rot-Kreuz-Dienststelle informiert euch gerne und freut sich auf euren Kursbesuch!

Weitere Erste Hilfe

Hier geht es um nicht unmittelbar lebensbedrohliche Zustände, sodass wir etwas mehr Zeit für eine Versorgung haben.

Wunden

Sie können mechanische, thermische oder chemische Ursachen haben, wobei primär die ersten beiden den Biker betreffen.

Die Gefahren bei Wunden sind:

  • Infektionsgefahr
  • Blutverlust (siehe lebensrettende Sofortmaßnahmen)
  • Flüssigkeitsverlust
  • Wärmeverlust

Die größte Gefahr für uns Biker sind wohl unsere "Brezn". Oft bleiben die Wunden unter der engen Motorradbekleidung versteckt, also unbedingt den Betroffenen ausziehen und alle Körperstellen kontrollieren. Oft spüren die Verunfallten im Schock nichts.
Wenn es notwendig ist, muss man das Leder aufschneiden!

Da Wunden verschiedene Schweregrade und Ausdehnungen haben können, habe ich für euch eine Liste zusammengestellt, damit ihr seht, welche Wunden ärztlicher Behandlung bedürfen:

  • Wunden ab einem Ausmaß von 2 bis 3 cm Länge und 1/2 cm Tiefe.
  • Jede Wunde, wenn der/die Verletzte nicht gegen Tetanus geimpft ist (auch bei Verdacht auf andere Infektionen ist ein Arzt aufzusuchen!)
  • Wunden, in denen Femdkörper stecken (diese unbedingt belassen - müssen vom Arzt entfernt werden!)
  • Augenverletzungen
  • Wunden in Gelenksnähe (Gelenkskapsel-Flüssigkeit!)
  • Stichwunden, Schusswunden
  • Bisswunden (hier wegen der Infektionsgefahr)
  • Verletzungen im Bereich der Geschlechtsteile

Bei etwaigen Unsicherheiten soll man natürlich auch Arzt oder Krankenhaus aufsuchen - und das innerhalb der ersten sechs Stunden.

Die Erste Hilfe für Wunden besteht generell aus "lebensrettenden Sofortmaßnahmen" (falls erforderlich) und anlegen eines keimfreien Verbandes.
Einmalhandschuhe verwenden!

Im Sinne des Patienten solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr die Wunden nicht berührt, Fremdkörper nicht entfernt, die Wunden nicht reinigt oder desinfiziert. Auch Salben, Puder oder andere Hausmittel erschweren eine anschließende ärztliche Behandlung.

Verätzungen

Säuren, Laugen oder Metallsalze können Verätzungen der Haut, Schleimhaut oder der Augen hervorrufen.

Die wichtigsten Punkte der Versorgung

  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen
  • unverletzte Körperstellen schützen
  • sofort mit klarem Wasser oder Seifenwasser spülen (bis zum Eintreffen der Rettung)
  • keimfreier Verband
  • bei Verätzungen des Verdauungstraktes niemals zum Erbrechen bringen

Verbrennungen

Beim Motorradfahrer kommt es zB. beim Sturz durch Schleifen zu Verbrennungen. Deshalb sollte man während des Rutschens nicht auf derselben Körperstelle bleiben.

Trotz Fortschritte in der Textilbekleidung ist gleich teure Lederbekleidung sicherer. Man sollte hier beim Kauf nicht sparen!

Abgesehen von der Infektionsgefahr und sämtlichen Gewebeschäden ist der Patient bei Verbrennungen stark schockgefährdet!

Zur Beurteilung der Schwere einer Verbrennung muss man Tiefenwirkung, Ausdehnung und Zusatzfaktoren im Gesamten beachten.

Verbrennungsgrade

  • 1. Grad: Schmerzhafte Rötung (= Tiefenwirkung)
  • 2. Grad: Blasenbildung
  • 3. Grad: a. Schorfbildung ohne Schmerzempfindung, b. Verkohlung

  • Ausdehnung: eine Handseite = 1 % Körperoberfläche
  • Zusatzfaktoren: Alter, Zusatzverletzungen, allgemeiner Gesundheitszustand
    Ein Erwachsener ist ab 10 % verbrannter Körperoberfläche stark schockgefährdet und sofort entsprechend zu versorgen.

Erste Hilfe

  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen
  • Kleiderbrände löschen
  • Kleidung rasch entfernen
  • Kaltwasseranwendung (10 - 15 min.)
  • Keimfreier Verband
  • Brandblasen nicht öffnen!

Verstauchungen, Verrenkungen und Knochenbrüche

Kennzeichen:
Schmerzen, Schwellungen, Bluterguss, Bewegungsunfähgikeit, abnorme Stellung, Schock.

Erste Hilfe

  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen
  • den Verletzten nicht bewegen
  • Kleidungsstücke über der Bruchstelle öffnen
  • Schuhe öffnen, aber nicht auszeihen
  • bei offenem Bruch keimfreier Verband
  • unterstützende Lagerung (Dreiecktuch-Armverband, Ruhigstellung von zB. Arm oder Bein)

Daniel "Tintifax" Neuhauser