Clubs - Die Anfänge
Nicht zuletzt wird der Club oft als "Familie" bezeichnet, was jedoch nichts mit diversen
gut gehüteten italienischen Strukturen zu tun hat, sondern eher als kleinste Einheit verstanden werden soll.
Menschen neigen als soziale Wesen grundsätzlich zur Gruppenbildung. Motorradfahren ist da keine Ausnahme, kann aber auch ein sehr
individuelles Vergnügen sein.
Alleine zu fahren hat gewisse Vorteile, die durch eine Gruppe erst aufgewogen
werden, wenn Harmonie herrscht, vom Fahrstil angefangen über Routenvorlieben
bis zu Pausenbedürfnissen und Übernachtungswünschen. Gewisse Vorgaben
in der Wahl der Mitglieder können in Bezug auf das Zusammenwirken und die
Einigkeit im Club also durchaus Sinn machen.
Wie so oft liegen die Wurzeln der Sache in den USA. Noch vor dem 2. Weltkrieg
gab es dort eine Clubszene, die ihren Ursprung im privaten Motorradsport hat,
also nicht im offiziellen Rennsport. Damals gab es eine Vielzahl "Privatfahrer",
die fast jedes Wochenende ihre Bikes rennsportmäßig im Oval, über
Speedtracks, Berhänge hoch oder einfach über Straßenkurse trieben.
Gegenseitige Unterstützung war nötig, um die Bikes auf den Einsatz vorzubereiten,
um an Teile zu kommen, Reparaturen durchführen zu können oder auch nur
wieder nach Hause zu kommen.
Diese "Teams" trugen "Rennanzüge" unterschiedlicher Farbe.
Mit diesen (Renn-)Farben erklärt sich die Herkunft des "Colours"
als Club-Ident und "Farben" eines Clubs.
Zu dieser Zeit herrschte in der Alpenrepublik ziemlich tote (Leder-)Hose. Nur hie und da fuhr ein instandgesetztes Krad aus dem Krieg
oder ein Vorkriegsrelikt. Zu Beginn der 1950er sah man schon mehr Motorradfahrer auf den Straßen, die Industrie war in Schwung
gekommen. Bei der noch immer geringen Verkehrsdichte kannte man einander. Man verabredete sich regelmäßig zu Ausfahrten
und bildete Clubs, um Ersatzteile und Tipps auszutauschen, die Puchs, Victorias, Triumpfs, BMWs etc. zu "tunen" und nach
einer harten Arbeitswoche einfach Spaß zu haben. Die Ausfahrten arteten dabei regelmäßig zu Rennen aus, wobei es
wenige Bikes wirklich deutlich über 100 km/h schafften, was bei den Straßen aber auch reichte. "Farben" gab es keine,
dafür aber Clubabzeichen (Patches).
Dies setzte sich in den 1960ern weiter fort. Bei all den englischen Bikes war man oft schon beim (Zoll-)Werkzeug auf Hilfe angewiesen.
Die Clubs trugen größtenteils die Namen der Marken, denen sie sich verschrieben hatten und schwarze Lederjacken kamen auf.
In den späten 1970ern und frühen 1980ern trat diese "technische Abhängigkeit" zurück. Manche Clubs wandelten
sich und Neugründungen hatten andere Motive, die nicht mehr so isoliert von Amerika zu sehen waren.
Blacky
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