| Unserer Auffassung nach verdienen alle, die das Gespür das Gefühl
für die Gemeinschaft unter den Motorradfahrern in sich haben und diese Gemeinschaft
auch achten und pflegen, die Bezeichnung "Biker". Wir halten bewusst
Abstand von naiven Definitionen wie "Kutte = Biker" oder ähnlich
grotesk vereinfachenden Rezepturen, die eine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft
der Biker von käuflichen Äußerlichkeiten abhängig macht.
Dennoch drückt sich bei den meisten das Bikertum früher oder später
auch im Exterieur aus.
Biker lösen sich freiheitsliebend keineswegs aus den alltäglichen Zwängen,
um sich wieder in die "Kutten-Uniformität" zu pressen. Individualität
zählt!
Sieht man sich auf Bikertreffen um, kann man aber generelle Merkmale identifizieren,
an denen auch unwissende Mitmenschen einen Biker erkennen. Schwarzes Leder gehört
sicher dazu, aber nach der Erkenntnis, dass auch jene Motorradfahrer Biker sein
können, die Gore-Tex & Co schätzen, bleibt die Kutte, diese Weste
mit Bikerinsignien, die über dem Leder getragen wird, als der äußere
Hinweis auf den Biker, der darin steckt.
Die Kutte
Der Ursprung der Kutte liegt, wie so oft, in den USA und war ursprünglich
ein Levi's Jeans-Jacket mit abgeschnittenen Ärmeln. Mittlerweile etablierte
sich jedoch auch die Lederweste als elegantere Version als Träger des Clubemblems.
In unseren Landen kann man feststellen, dass Lederwesten eher als schlichte Kutten
zum Einsatz kommen, vor allem, wenn das Colour eines Clubs mehr sagt und keiner
weiteren Erklärung bedarf.
Das Jeans-Jacket - ob mit oder ohne Kragen - ist wesentlich weiter verbreitet,
auch bei Free-Bikern sehr beliebt und wird nahezu immer mit Patches diverser Clubs
und Rallys sowie Biker-Sprüchen überhäuft, mit Nieten bestückt
und einem Kettchen hier oder einem Pin da verziert.
"More is beautiful" zählt vielerorts. Andere suchen sich die Aufnäher
gewissenhaft aus und würden nie den Patch eines Clubs aufnähen, den
sie nicht persönlich kennen oder den Pin einer Veranstaltung anstecken, bei
der sich nicht waren. So "wächst" eine Kutte von Saison zu Saison
und erzählt bereits nach ein paar Jahren die Geschichte ihres Trägers.
Manche wollen jedoch nicht warten, sondern gleich wie ein Rally-erprobter Biker
aussehen, nähen alles auf die Weste, was irgendwie nach Aufnäher aussieht,
reißen dafür überflüssige Teile runter und unterziehen alles
mit Lötlampe und Altöl einem künstlichen Alterungsprozess. Irgendwie
passt der Schwindel nicht zum Bikertum. Die Kutte sollte "natürlich"
wachsen, jeder Patch - auch unter Fluchen - selbst aufgenäht werden, jede
Niete selbst geschlagen sein.
Die Kutte ist ein Teil des Menschen, der darin steckt. Dieser Mensch sollte auch
wissen, dass kein anderes Kleidungsstück das Bikertum verkörpert, ob
nun aus Baumwolle, Leder oder Jute, mit zwei oder 200 Patches, mit Nieten oder
Fransen. Um diese "Visitenkarte" zu verstehen - und zwar als Träger
und Betrachter - sollten auch die Patches und Zeichen richtig gedeutet werden
können.
Dazu mehr unter "Patches".
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