Home Home
 Aktuelle Ausgabe
 Vorschau
 ABO-Bestellung
 Cover-Archiv
 Partnerlinks
 Kleinanzeigen
 Kleinanzeige aufgeben
 Newsletter bestellen
 Gestohlen
 Forum
 Gästebuch
 Clublinks
 Clubverzeichnis
 Biker-Kalender
 Bikerknigge
 Brothers on Bikes
 eMail
 Logos und Banner
 Impressum
 Wir über uns
 Startseite

BIKERKNIGGE



Der Weg zum MC-Member

Vom Freebiker zum MC-Member - grundsätzlich Clubsache, aber ein paar Gemeinsamkeiten gibt esauf dem Weg über Hangaround und Prospect, zwei wichtige Bestandteile eines MCs.

Auch kritische Stimmen werden kaum leugnen können, dass zur Bildung eines Clubs die Gemeinschaft von immanenter Wichtigkeit ist. Der Weg zum MC stellt diese Gemeinschaft auf eine harte Probe.
Viele scheitern daran, die meisten jedoch nur innerlich, denn nach außen entsteht eine Gruppe, die sich vielleicht sogar MC nennt.

Warum jedoch auf Biegen und Brechen etwas schaffen wollen, was schließlich nicht einmal annähernd an das herankommt, was man ursprünglich wollte? Wer den als Teil seines Lebens, als Teil seines Selbst empfindet und diesen Ethos in einem Club leben möchte, dem steht auch der Weg in einen bestehenden MC offen.
Schließlich ist es auch für einen MC von Interesse, geeignete Member als "Nachwuchs" zu bekommen.

Der Weg vom Freebiker zum Member ist jenem eines MCs in die Clubszene sehr ähnlich. Auch hier kann man davon ausgehen, dass der Kontakt zur Szene bzw. zu einem speziellen MC über eine Zeit hinweg gewachsen ist. Schließlich entsteht der ernsthafte Wille zur Aufnahme in einen Club nicht durch plötzliche Eingebung.

Liegt man auf einer Linie, wird man sich öfter im Clubhaus oder auf Partys usw. sehen und kennen lernen. Klar gibt es immer wieder Einfaltspinsel, die bei einem MC wie aus dem Nichts auftauchen und am liebsten gleich mit dem Colour am Rücken das Clubhaus wieder verlassen würden. Kein Kommentar!

Der "Hangaround"

In den USA war diese Phase des Kennenlernens früher eine Zeit, in der ein Freebiker dauernd vor dem Clubhaus "rumhing", er war ein "Hangaround". Rumhängen allein führt jedoch zu nichts, der Hangaround half bei Bedarf dem Club, wurde mal mit reingenommen und man lernte so einander kennen. Keine Bindung, lose, easy, ohne Verpflichtungen, klarerweise auch ohne Rechte.

Heute ist der Hangaround ein üblicher Status auf dem Weg zum Member. Zwar bestehen nach wie vor beiderseits weder Rechte noch Pflichten, die Absicht am Clubleben teilnehmen und Member werden zu wollen ist aber deklariert und kann in der Hangaround-Zeit auch schon durch ein Patch kenntlich gemacht sein.

Die Initiative dazu wird zumeist vom Freebiker kommen, schließlich kann's der MC ja nicht riechen.
Es gibt aber auch MCs, die an den Freebiker herantreten.

Wie auch immer, Member und MC sollten im Sinne einer zukünftigen Gemeinschaft jedenfalls einigermaßen in geografischer Nähe liegen.

Der "Prospect"

Bewährt sich der Hangaround während dieser Zeit der losen Verbindung (zumeist etwa ein Jahr) trotzdem eigentlich keine Pflichten bestehen nicht zuletzt auch durch Einsatz, Ehrlichkeit und Respekt, lässt er damit das vermuten, was sich der MC erwartet und bietet der MC andererseits das, was er sich erwartet, wird der MC den bisherigen Hangaround zum Prospect - zum "Bruder auf Zeit" - für wieder etwa ein Jahr ernennen.

Zu erkennen kann dieser Status im Werdegang zB. bei einem dreiteiligen Colour durch den unteren Teil des Colours, den "Bottom Rocker", und den Aufnäher "MC" sein bzw. auch durch den eindeutigen Schriftzug "Prospect".

Die Ansicht, ein Prospect wäre etwas Minderwertiges, der Putzlappen eines MCs oder so ähnlich, trifft auf die meisten MCs nicht zu. Diese Zeit soll ergeben, ob sich der Biker, der als Hangaround zum MC passte, auch als Bruder mit allen Pflichten eignet und nicht, ob er als Sklave taugt. Wenn wir bei Pflichten zB. an die regelmäßige Teilnahme an Clubabenden, die Mitarbeit bei der Vorbereitung von Parys etc. denken, wird klar, warum eine Mitgliedschaft bei einem MC in 150 km Entfernung nicht ganz einfach und der Erfolg fraglich sein wird.

Manche MCs schaffen für diese "Anschlussmitglieder" den Status eines "Nomaden", hierzulande findet man den Begriff jedoch kaum.
Mitglied zu sein bedetutet da zu sein - und das ist gut so.

Ein Prospect bewährt sich dadurch, dass er an, in und für die Gemeinschaft des MCs arbeitet, den MC stärkt und sich als Bruder bewährt, der er auch ist, wenn auch auf Zeit. Was so hochtrabend klingt, gründet auf eigenem Empfinden und geschieht dann wie von selbst. Einem guten Prospect wird man nicht sagen müssen, was zu tun ist, er wird es sehen. Einem schlechten Prospect wird man es auch nicht sagen müssen, denn über kruz oder lang wird sich seine Mitgliedschaft einfach erledigt haben. Verstellen ist nicht!

Der "Member"

Wenn alle Member des MCs das Gefühl haben, dass aus dem Prospect, dem "Bruder auf Zeit", ein "Bruder für immer" geworden ist, bekommt dieser das durch die Übergabe des Colours bestätigt. Die Ernennung zum Member ist in jedem Fall ein Fest und soll auch ein unvergessliches Erlebnis sein.

Manche MCs halten die Tradition der Taufe hoch, die zB auch recht feucht oder schlammig ausfallen kann, andere sind der Meinung, dass man einen zukünftigen Bruder nicht beferkeln soll, wie man ihn auch als Prospect nicht knechten kann und dann plötzlich als Bruder behandeln will.

In jedem Fall sollte der Respekt vor dem Colour gewahrt sein. Der Ansicht, man solle sein Colour nicht durch den Dreck ziehen, wollen auch wir uns anschließen, ist aber Ansichtssache.

Wie es nun weitergeht, ist endgültig in jedem Club verschieden: zB. ab wann ein Member ein Tattoo tragen darf, ab wann er eine Funktion im Club bekleiden kann usw.

Blacky